Gewerbeamt

Jeder Gewerbebetrieb muss beim zuständigen Gewerbeamt angemeldet werden. Dies ist der letzte Schritt vor der Gründung. Notwendig sind hierzu ein Personalausweis bzw. Pass sowie eventuell besondere Genehmigungen und Nachweise.

Beim Gewerbeamt müssen NICHT angemeldet werden: Freie Berufe und Selbständige in der Land- und Forstwirtschaft. Freiberufler melden sich direkt beim Finanzamt an.

Bitte Termin mit dem Berater abstimmen!

Handelsregister

Kaufleute müssen sich beim zuständigen Amtsgericht in das Handelsregister eintragen und diese Eintragung von einem Notar beglaubigen lassen. Kaufmann im Sinne des HGB ist, wer ein „Handelsgewerbe betreibt“. Zu den Kaufleuten zählen außerdem die rechtsformen GmbH/UG, AG sowie OHG, KG und GmbH & Co. KG.

Einzelunternehmen oder BGB- Gesellschaften (=GdR), deren Geschäftsumfang, Umsatz und Vermögen vergleichweise klein bzw. gering sind, müssen NICHT im Handelsregister eintragen.  Freiberuflich Tätige werden ebenfalls nicht im Handelsregister eingetragen.

Finanzamt

Sie müssen beim Finanzamt den „Fragebogen zur steuerlichen Erfassung“ ausfüllen. Anhand Ihrer Angaben wird Ihnen eine Steuernummer zugeteilt und eventuell Vorauszahlungen festgesetzt.

WICHTIG: Bitte beantworten Sie diese Fragen sorgfältig und schätzen Sie Ihre Umsatz und Gewinnerwartungen realistisch ein.

Berufsgenossenschaft (BG)

Die Berufsgenossenschaften sind die Träger der gesetzlichen Unfallversicherung und für alle Betriebe, Einrichtungen und Freiberufler zuständig, soweit sich nicht eine Zuständigkeit der landwirtschaftlichen Berufsgenossenschaften oder der Unfallversicherungsträger der öffentlichen Hand ergibt. Wer ein Unternehmen eröffnet, sollte sich mit den zuständigen Berusfgenossenschaften in Verbindung setzen und klären, ob Versicherungspflicht besteht.

Gesundheitsamt

Für Gründungen im Bereich der Gastronomie muss beispielweise eine Belehrung des Gesundheitsamtes oder eines beauftagten Arztes nach dem Infektionsschutzgesetz stattgefunden haben. Diese Bescheinigung ist bei der Gewerbeanmeldung vorzulegen und darf nicht älter als drei Monate sein.

Bauamt

Wenn Sie Wohnräume künftig als Betriebsräume nutzen wollen, müssen Sie eine Nutzungsänderung beim zuständigen Bauamt beantragen. Die Planung gewerblicher Um- und Neubauten sollte ebenfalls rechtzeitig mit dem Bauamt abgestimmt werden.

Besondere Genehmigungen

Für verschiedene Gewerbezweige besteht eine besondere Genehmigungspflicht:

  • Handwerk
    • Die Meisterpflicht ist auf die zulassungspflichtigen Handwerke beschränkt. Alle übrigen Handwerke sind zulassungsfrei.
  • Industrie
    • Anlagen mit besonderen Umwelteinflüssen müssen nach dem Bundes-Immisionsschutzgesetz genehmigt werden.
  • Einzelhandel
    • Für verschiedene Handelsbereiche sind besondere Sachkundenachweise notwendig.
  • Gaststätten und Hotels
    • Erforderlich ist eine Erlaubnis, die Sie nach einer (eintägigen) Unterweisung bei der zuständigen IHK vom Gewerbeamt erhalten.
  • Bewachungsgewerbe
    • Voraussetzung für die vom Gewerbeamt zu erteilende Erlaubnis sind persönliche Zuverlässigkeit, erforderliche Mittel oder Sicherheiten und die Teilnahme an einer Unterrichtung für Beschäftigte und Selbständige durch die IHK.
  • Verkehrsgewerbe
    • Die geschäftmäßige Beförderung von Personen mit Omnibussen, Mietwagen und Taxen ist genehmigungspflichtig.

Die Konzessionen erteilt das zuständige Gewerbeamt bzw. Regierungspräsidium.

  • Freiberufler
    • Wer zu den verkammerten Freien Berufen zählt (z.B. Rechtsanwälte, Ärzte oder Steuerberater), braucht bestimmte Zulassungen, um sich selbständig machen. Bei den nicht-verkammerten Freien Berufen (z. B. Künstler, Schriftsteller, Wissenschaftler) bedarf es keiner besonderen Genehmigung.
  • Reisegewerbe
    • Dazu zählen Gewerbetreibende, die keine feste Betriebsstätte haben. Eine erforderliche Reisegewerbekarte stellt das zuständige Gewerbeamt aus.