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Abgabe der Steuererklärung

2017-12-05 13:14 von Mandy Stein (Kommentare: 0)

Allgemein gilt der 31. Mai als Abgabetermin für die Steuererklärung. Aber es gibt auch Ausnahmen. Wir erklären, wer wann seine Steuererklärung einreichen muss.

Neue Fristen für die Steuererklärung – Ab wann gelten sie?

Bundestag und Bundesrat haben im Jahr 2016 dem Gesetzentwurf zur Modernisierung des Besteuerungsverfahrens zugestimmt. Damit gelten – neben weiteren Änderungen – auch folgende neuen Abgabefristen:

  • Steuererklärungen müssen von Steuerpflichtigen, die sich nicht steuerlich beraten lassen, künftig nicht mehr bis Ende Mai, sondern erst bis Ende Juli abgegeben werden.
  • Steuerpflichtige, die von Steuerberatern beraten werden, erhalten zwei Monate mehr Zeit und müssen die Erklärung erst bis 28. Februar des übernächsten Jahres abgeben.
Die neuen Regelungen zur Steuererklärungsfrist gelten erstmals für Besteuerungszeiträume, die nach dem 31.12.2017 beginnen.

Pflicht zur Abgabe der Steuererklärung

In den kommenden Jahren gilt erst einmal weiterhin der bekannte Termin: Die Steuererklärung muss bis zum 31. Mai eines Jahres beim Finanzamt sein.

Dies ergibt folgende Abgabetermine:

  • Steuererklärung für 2016: 31. Mai 2017
  • Steuererklärung für 2017: 31. Mai 2018
  • Steuererklärung für 2018: 31. Juli 2019
  • Steuererklärung für 2019: 31. Juli 2020
  • Steuererklärung für 2020: 31. Juli 2021
 

Daran merkst du, dass du eine Steuererklärung abgeben musst

  • Deine Steuerklasse ist III, IV mit Faktor, V oder VI
  • Du bist selbständig oder freiberuflich tätig
  • Du oder dein Ehepartner habt einen Freibetrag eintragen lassen
  • Deine steuerpflichtigen Nebeneinkünfte sind höher als 410 Euro, dazu zählen auch Arbeitslosengeld, Krankengeld oder Kurzarbeitergeld
  • Du warst bei mehr als einem Arbeitgeber gleichzeitig beschäftigt
  • Du hattest Kapitalerträge auf die keine Abgeltungssteuer abgeführt wurde
  • Du hast einen Verlustvortrag aus den Vorjahren
Außerdem musst du eine Steuererklärung einreichen, wenn dein Finanzamt dich dazu auffordert. Das kann es auch dann, wenn keiner der oben genannten Gründe auf dich zutrifft.

Längere Frist mit Steuerberater

Wer seine Steuererklärung mit einem Steuerberater oder einem Lohnsteuerhilfeverein anfertigt, bekommt mehr Zeit.

Bis zum Inkrafttreten der neuen Regelung muss die Steuererklärung weiterhin bis zum Jahresende des Folgejahres beim Finanzamt sein.

Die Änderung sieht dann den 28. Februar des Folgejahres als neues Fristende vor.

Das ergibt folgende Steuerberater-Abgabetermine:

  • Steuererklärung für 2016: 31. Dezember 2017
  • Steuererklärung für 2017: 31. Dezember 2018
  • Steuererklärung für 2018: 28. Februar 2020
  • Steuererklärung für 2019: 28. Februar 2021
  • Steuererklärung für 2020: 28. Februar 2022

Freiwillige Steuererklärung

Die oben genannten Fristen gelten natürlich nur für Leute, die eine Steuererklärung abgeben müssen.

Alle anderen können sie freiwillig einreichen. Mit der freiwilligen Abgabe kann man sich vier Jahre Zeit lassen.

Demzufolge gelten für die freiwillige Steuererklärung folgende Fristen:

  • Steuererklärung für 2013: 31. Dezember 2017
  • Steuererklärung für 2014: 31. Dezember 2018
  • Steuererklärung für 2015: 31. Dezember 2019
  • Steuererklärung für 2016: 31. Dezember 2020
  • Steuererklärung für 2017: 31. Dezember 2021

Praxis-Tipp
Häufig lohnt sich die freiwillige Abgabe.

Das trifft zum Beispiel dann zu, wenn deine Werbungskosten den Betrag von 1.000 Euro übersteigen.

Diese 1.000-Euro-Marke sprengst du bereits bei einem täglichen Arbeitsweg von 15 km – in einer Richtung.

Dabei sind die weiteren Werbungskosten noch gar nicht eingerechnet.

Übrigens ist es ein Mythos, dass die Abgabe zur Pflicht wird, wenn man seine Steuererklärung einmal freiwillig eingereicht hat.

Abgabetermin verpasst? Keine Panik!

Wer den Abgabetermin verpasst hat, sollte zuerst einmal Ruhe bewahren. In der Regel drückt das Finanzamt ein Auge zu, wenn die Steuererklärung ein paar Tage später eintrifft.

Wenn du im Vorfeld schon weißt, dass du die Frist nicht einhalten kannst, weil dir zum Beispiel wichtige Unterlagen fehlen, kannst du eine Fristverlängerung beim Finanzamt beantragen. Darauf besteht jedoch kein Anspruch. Du erhöhst deine Chancen jedoch mit einer plausiblen Begründung.

Wenn das Finanzamt weder die Steuererklärung noch einen Antrag auf Fristverlängerung vorliegen hat, fordert es häufig zur Abgabe auf. Die in diesem Schreiben genannte Frist sollte man nicht verstreichen lassen, sonst droht ein Verspätungszuschlag.

Strafe bei neuer Regelung
Mit den neuen Abgabefristen gelten auch neue Regeln für den Verspätungszuschlag. 25 Euro pro angefangenem verspäteten Monat sind dann der Mindestbetrag. Pünktlich sein zahlt sich also aus.

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